
Lessing und die Berliner Aufklärung
Literarischer Stadtspaziergang am 10. Mai 2026, 14 Uhr
Wir erleben – leider – eine Zeit radikaler Angriffe auf zivilisatorische Fortschritte, die das Zeitalter der Aufklärung mit sich gebracht hat, auf Menschenrechte, Wissenschaften, ethische Maßstäbe und die Idee der Friedenssicherung durch internationale Verträge. Berlin war einmal sehr stolz auf seine Rolle als ein Zentrum der europäischen Aufklärung, daran anknüpfend stehen auch in diesem Jahr wieder mehrere Veranstaltungen auf dem Programm.
Nach einem Vortrag zum Thema Aufklärung im Rathaus Charlottenburg geht es am Sonntag, dem 10. Mai zu Fuß durch die alte Stadtmitte. Im Mittelpunkt steht Lessing, der seit 1750 als Journalist das Berliner Feuilleton belebt hat. Mit „Minna von Barnhelm“ schrieb er ein zeitloses Zeitstück über die vom Siebenjährigen Krieg gezeichnete Stadt. Berlin widmete dem Dichter und Freund des jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn das erste Literaturmuseum und Literaturhaus. Derzeit entsteht in Mitte mit dem „House of One“ ein Sakralbau, der die humane Botschaft von Lessings Drama „Nathan der Weise“ in die Zukunft trägt. Den Abschluss bildet ein Besuch des Nicolaihauses, des wichtigsten erhaltenen Berliner Bürger- und Verlagshauses aus dem 18. Jahrhundert.
Eine Veranstaltung der VHS Treptow-Köpenick, daher kann man sich dort online anmelden: https://www.vhsit.berlin.de/VHSKURSE/BusinessPages/CourseDetail.aspx?id=782692. Wem das zu umständlich ist, bitte per Mail anmelden bei post@michaelbienert.de, die Formalitäten können dann auch vor Ort erledigt werden. Preis: 11,60 Euro/erm. 5,80 Euro. – Treffpunkt: U-Bahnhof Rotes Rathaus, Ausgang Spandauer Straße

Und sonst?
Der Winter liegt hinter uns, der Berlinologe freut sich, aus den langen Unterhosen herauszukommen und sich bei Veranstaltungen auf den Straßen keine Gedanken um die Gesundheit – die eigene und die des Publikums – machen zu müssen.
Sie finden auf dieser Seite einige öffentliche Termine für Stadtführungen, außerdem sind Absprachen mit kleinen und großen Gruppen jederzeit möglich. Nehmen Sie einfach Kontakt auf, am besten per E-Mail.
Das Veranstaltungsprogramm entwickelt sich im Lauf des Jahres dynamisch, schauen Sie deshalb gerne ab und zu vorbei, was es Neues gibt. Ein Schwerpunkt im Jahr 2026 ist das Veranstaltungsmanagement für die Ausstellung Das Romanische Café, wenn Sie darüber informiert werden wollen, können Sie auf der Ausstellungswebsite einen Newsletter abonnieren.

Die Kultur der Weimarer Republik
ist seit 40 Jahren ein Arbeits- und Forschungsschwerpunkt des Berlinologen, was sich nicht nur in einer Vielzahl von Publikationen niedergeschlagen hat, sondern auch in einem umfangreichen Angebot an Stadtführungen – zu Autorinnen und Autoren wie Irmgard Keun, Erich Kästner, Bertolt Brecht, Alfred Döblin, aber auch zu Stadtquartieren wie der Reichsforschungssiedlung Haselhorst.
Mit der Ausstellung über das Romanische Café im Europa Center gibt es außerdem (vorläufig bis Ende 2026) einen Anlaufpunkt mit festen Öffnungszeiten für alle, die vom Literatur- und Kulturleben im Berlin der 1920er-Jahre fasziniert sind.
Die Museumswohnung der Gewobag in Haselhorst vermittelt einen sinnlichen Einblick in die Lebenswelt im sozialen Wohnungsbau der frühen 1930er-Jahre. Auch außerhalb der üblichen Öffungszeiten können wir dort Besichtigungen organisieren.
Um die Abhängigkeit vom Wetter zu verringern, lassen sich thematische Stadtspaziergänge mit exklusiven Indoor-Besichtigungen in der Ausstellung (auch außerhalb der Öffnungszeiten) und der Museumswohnung kombinieren.


Franz Hessel: Spazieren in Berlin
Franz Hessels „Spazieren in Berlin“, 1929 erschienen, ist eine große Liebeserklärung an die Stadt und ein Meilenstein der Berlin-Literatur. Seit 15 Jahren verlegt André Förster dieses Buch, nun erscheint es im Verlag für Berlin-Brandenburg (vbb) in neuem Gewand. Was macht es so einzigartig und seinen anhaltenden Erfolg aus? Und wen hat Hessel im Romanischen Café getroffen?
Zum Nachhören: In der Reihe „Meisterwerke“ auf Radio 3 (rbb) sprach Michael Bienert über „Spazieren in Berlin“. Ein Beitrag vom Imke Griebsch.

E. T. A. Hoffmann, Kleist und die Berliner Romantik
Der 250. Geburtstag E. T. A. Hoffmanns hat sich im Januar 2026 gejährt und Vorbereitungen für das Kleist-Jahr 2027 sind im Gange. Außerdem ist Kleist zur Zeit Pflichtlektüre für die kommenden Abiturprüfungen. Zur Berliner Literaturszene zwischen 1750 und 1850 gibt es ein großes Repertoire an Stadtführungen und mehrere Bücher von Michael Bienert. Einen Kleist-Stadtplan finden Sie hier in einer Onlineversion. Lehrerinnen und Lehrer, die Interesse an einer auf die Lehrinhalte abgestimmten Führung haben, treten am besten per Mail mit dem Berlinologen in Kontakt.

So., 20. September 2026, 14 Uhr
E. T. A. Hoffmann am Gendarmenmarkt
Öffentliche Stadtführung
Start: Mendelssohn-Remise / 10 €
Anmeldung erbeten!
Mehr Informationen unter www.mendelssohn-remise.de

Jetzt auch online: Ein Spaziergang durch das jüdische Leben in der City West

Im Auftrag des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf haben Michael Bienert und Arne Krasting einen Stadtspaziergang zum jüdischen Leben um den Kurfürstendamm entwickelt, der seit dem Herbst 2024 mit großer und guter Resonanz etwa zwanzigmal durchgeführt wurde. Die 20 Stationen geben einen exemplarischen Eindruck von der Vielfalt jüdischen Lebens im Bezirk. Ab sofort ist eine Onlineversion der Stadtführung verfügbar.
Die Führung kann weiterhin (allerdings nicht länger kostenfrei) auch bei den beiden Stadtführern gebucht werden.

Raus in die Stadt!


Arbeitsschwerpunkte im Überblick
Veranstaltungen
Auch 2026 finden Stadtführungen und Veranstaltungen mit Michael Bienert statt, unter anderem in der Ausstellung über das Romanische Café. Alle öffentlichen Termine finden Sie hier in der aktuellen Terminliste.
Stadtführungen
Seit 1990 in Berlin unterwegs: Mit Stadterkundungen zu Literatur-, Kultur- und Architekturgeschichte, am liebsten zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Für alle, die neugierig sind und ausgetretene Pfade verlassen wollen. Mehr
Bücher
Autor und Herausgeber von über 20 Berlin-Büchern, Mitarbeit an Sammelbänden und Ausstellungskatalogen. Darunter Longseller wie Kästners Berlin und Die Zwanziger Jahre in Berlin, Bücher über stille Winkel oder die S-Bahn. Mehr
Projekte
Mitarbeit an Theaterinszenierungen und Ausstellungsprojekten (u. a. des Deutschen Literaturarchivs, der Staatsbibliothek zu Berlin, des Stadtmuseums Berlin und des Deutschen Technikmuseums – analog und im digitalen Raum). Mehr
PR & Recherche
Immer gerne in eigener Sache, aber auch beratend und unterstützend für gemeinwohlorientierte Unternehmen und Kulturinstitutionen – wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz oder die landeseigene Gewobag.
Texte
Seit 1989 erschienen weit über tausend Artikel in fast allen großen Tageszeitungen und in Zeitschriften: Reportagen, Rezensionen, Kritiken, Essays, Feuilletons, Kolumnen. Einige Texte und Archivzugänge finden Sie auf dieser Seite.

Videos
Kurzfilme über Wohnungsbau in Berlin, ein Spaziergang um den Steinplatz, Making-of-Videos zu den Büchern des Berlinologen – das und mehr gibt in der Videothek zu sehen.
Biografie
Was Sie schon immer über den Berlinologen wissen wollten, aber im Wikipedia-Artikel nicht lesen konnten, erfahren Sie hier.
Und sonst?
Die alte Domain ist umgezogen und wächst auf einem neuen Server: www.text-der-stadt.de

