Presse und Fotografie in Berlin

Ausstellung bis Dezember 2026 im Stabi Kulturwerk

Von den bewegten 1920er Jahren bis zur Gegenwart zeichnet die Ausstellung nach, wie Fotografien die Presselandschaft verändert haben: sie prägen die Wahrnehmung Berlins und den Rhythmus der Nachrichten. In den Hochzeiten des historischen Zeitungsviertels erscheinen bis zu 147 Tageszeitungen – manche zweimal täglich.
Handliche Kameras und schnellere Druckverfahren revolutionieren die Pressearbeit und prägen die Anfänge des illustrierten Journalismus. Mit ihnen entsteht ein neuer Beruf: die Pressefotografie. Wer sind die Menschen hinter der Kamera? Welche Verantwortung bedeutet das Fotografieren im redaktionellen Auftrag?

Die Ausstellung zeigt, wie eng Bild und Bericht miteinander verwoben sind – vom Grundrecht auf freie Meinungsäußerung in der Weimarer Republik, über Zensur und Propaganda im Nationalsozialismus bis hin zur geteilten Stadt und den unterschiedlichen Presselandschaften Ost- und West-Berlins. Themen wie Politik, Sport, Stadtleben oder Kriminalität spiegeln nicht nur journalistische Interessen, sondern auch gesellschaftliche Werte und Konflikte ihrer Zeit wider.

Mit historischen Aufnahmen des bpk Fotoarchivs, Zeitungen aus der Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin sowie zeitgenössischen Arbeiten von Fotograf:innen der renommierten Agentur OSTKREUZ wird deutlich, wie sich die Bildsprache der Pressefotografie verändert und doch immer Ausdruck des urbanen Lebens bleibt. Kuratiert hat die Ausstellung Miriam Zlobinski unter Mitarbeit von Christina Stehr.

12. Juni bis 20. Dezember 2026 im Stabi Kulturwerk: Weitere Infos

Digitaler Stadtplan des Berliner Zeitungsviertels

In der Ausstellung – und auch online – verfügbar ist ein digitaler Stadtplan des historischen Berliner Zeitungsviertels mit zahlreichen Abbildungen aus dem bpk-Fotoarachiv, erarbeitet von der Inititative Berliner Zeitungsviertel e. V.

Die Initiative wird gebildet von einer Gruppe engagierter Menschen aus den Bereichen Journalismus, Wissenschaft, Verlagswesen, Museum und Gestaltung. Im September 2007 gegründet will sie die Erinnerung an das historische Berliner Medienquartier stärken und Brücken zu Gegenwart und Zukunft schlagen. Dafür realisiert sie im Stadtraum Informationstafeln an den wichtigsten Orten des einstigen Berliner Druck- und Verlagswesens, organisiert Veranstaltungen zur Mediengeschichte und Führungen durch das historische Berliner Zeitungsviertel. Gründer der Initiative war der 2010 verstorbene Journalist und Verleger Walter E. Keller.

Neben dem Ausstellungsteam des Kulturwerks der Staatsbibliothek und der Agentur visual intelligence haben an der Version 1.0 des Stadtplans mitgearbeitet: Dr. Bodo Michael Baumunk, Michael Bienert, Martin Düspohl, Dr. des. Simone Kaiser, Walter E. Keller (+), Prof. Dr. Ursula E. Koch, Prof. Dr. Anne König, Marianne Mielke und Dr. Dietlinde Peters sowie auf der Grundlage eines Textes von Dr. Claudia Steur.

Der digitale Stadtplan (mit Texten in deutscher und englischer Sprache) wird über die Ausstellungsdauer hinaus im Netz verfügbar bleiben und durch weitere Stationen und Texte ergänzt.